23 Ganz ohne Foto-Stress verreisen

"Verdammt, heute habe ich sechs Filme verschossen. Da muss ich in den nächsten Tagen wieder sparen, dabei komme ich doch Morgen nach…"

Ja so war das mit der Fotografie auf Reisen, im analogen Zeitalter. Für drei Wochen, in denen ich mehrere Länder besuchte, hatte ich einen Vorrat von hundert Filmen dabei. zehn davon für besondere Situationen mit 400 ISO und neunzig mit 50 ISO.

Drei Wochen, das sind 21 Tage, An- und Abreise abgezogen, bleiben 19 Tage, für die ich Filme brauchte. Das bedeutete, pro Tag durfte ich 4,37 Filme verbrauchen. Also 170 Mal den Auslöser drücken. Allein diese Kontingentierung bedeutete Stress.

 

Dazu kamen aber auch noch jede Menge anderer Faktoren.

Ich musste die Filme nummerieren und aufschreiben, wo ich mit welchem Film fotografiert habe. Bei den so sensiblen Dia-Filmen die Sorge, ob ich richtig belichtet habe. Angesichts der Empfindlichkeit von 50 oder 64 ISO, war auch mögliches Verwackeln ein Unsicherheitsfaktor. Dann die Angst einen, mit tollen Motiven belichteten Film irgendwo auszustreuen – ganz davon abgesehen, dass ich die hundert neuen, bzw. belichteten Filme bei allen Transfers in einer entsprechend großen Fototasche mittragen musste.

 

Doch damit war der Stress noch lange nicht vorbei. Könnten die Filme bei den wiederholten Röntgenkontrollen an den Flughäfen Schaden nehmen? Wird bei der Entwicklung alles gut gehen? Experten empfahlen ja bei wichtigen Aufnahmen, die Filme auf mehrere Tage aufgeteilt ins Labor zu schicken. Doch die Neugierde war zu groß und so gab es auch noch zu Hause angekommen, ein paar Tage der Ungewissheit.

Eine einzige Speicherkarte, kaum größer als eine Briefmarke, zusammen mit den fantastischen Möglichkeiten der Digitalkameras, und der Stress rund um die Reisebilder liegt weit zurück in der Vergangenheit.